Montag, 12. Dezember 2016

Ausflug nach Taman Mini: Inselwelt im Miniformat

Taman Mini ist ein Themenpark im Südosten der Stadt.

Man muss sich allerdings zuerst einmal durch die Stadt quälen um dort hinzukommen. Hier herrscht Linksverkehr, mit einer unbarmherzigen Verkehrsdichte und einer für uns Europäer chaotischen Fahrweise. Die meisten wichtigen Strassen sind voll von Autos, einer enormen Überzahl an Mopeds die das Terrain regelrecht kapern und den wenigen Bussen des ÖVP. Fußgänger und Fahrradfahrer? Fehlanzeige.



Mit Rahmat - Annes Fahrer - ist im klimatisierten Auto die Fahrt eher unproblematisch. Er ist ein hervorragender Fahrer und kennt diesen Moloch wie seine Westentasche.





Nach der obligatorischen einen Stunde, die man sich grundsätzlich durch dieses Labyrinth von Strassen und Vierteln quälen muss, kommt dann endlich der Eingang zum Themenpark.



Der Park ist etwa 100 Hektar groß und zu Fuß nicht zu erkunden.
Man nimmt das Auto und bewegt sich so von A nach B.


Hier wird Kalimantan dargestellt. Es ist eine der insgesamt mehr als 17.000 Inseln des indonesischen Archipels. Die bekanntesten sind Java, Borneo, Sulawesi, Sumatra, aber auch Bali und Lombok, nur um mal einige wenige zu nennen.


Wenn man den Park mit einer Gondel überquert, kann man in einem künstlich angelegten Teich einen Teil der indonesischen Inseln entdecken.


Wir hatten diesmal Glück mit dem Wetter, weil es nicht geregnet hat. Im Dezember sind täglich Niederschläge und kräftige Gewitter zu erwarten. Dabei ist es schwül-warm mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von ca. 95%. Es gibt kaum Temperaturschwankungen, meistens sind es 28 - 30 °C.
In unserer Gondel war es dementsprechend warm, aber das sind Nur, Annes Maid, und auch Freddie gewohnt.


Beim Ausgehen trägt Nur Kopftuch, wie hier die meisten muslimischen Frauen. 88% der Indonesier sind Muslime und es sind hauptsächlich die Frauen die durch ihre Kopftuch "Mode" dieses verdeutlichen. Der Islam ist jedoch nicht Staatsreligion. Allerdings ist jeder Bürger hier verpflichtet sich zu einer der großen Religionen zu bekennen. Egal ob Christentum oder zum Islam gehörend, Buddhismus oder Hinduismus. Zu einer Gruppe muss man sich bekennen, was aber auch zwangsläufig zu einer Einschränkung der Religionsfreiheit führt. Hier gibt es ja auch noch die Gruppe derer, die die alten Naturreligionen pflegen. Die bekennen sich der Einfachheit halber zu irgendeiner der genannten Religionen und leben so ungestört ihren Glauben aus.



Egal welchen Glauben man hatte, wenn man früher mit der indonesischen Fluglinie Garuda flog, dann war noch bis in die 90er Jahre hinein Gottvertrauen das oberste Gebot. Ab 2000 kam dann endgültig der Niedergang der Airline. Es gab einfach zu viele Abstürze.
Hier versucht sich Freddie als Flugkapitän einer - auf dem Parkgelände ausgestellten und ausrangierten - Garuda Boing Maschine.



Nun ja. Wahrscheinlich ist das Sitzpolster aber von den vielen Besuchern so zugerichtet worden und nicht von der Besatzung im Cockpit.


Uns so sieht das Cockpit einer echten "Never Come Back Airline" aus!
Dennoch war ein "Rebirth" möglich. Man fliegt heute wieder mit neuen Flugzeugen von Airbus und mit neuem Logo.


Chinesischer Tempel. Die Chinesen sind eher eine Minderheit in Indonesien, die meisten leben auf Java. Sie kamen einst, als Indonesien noch eine niederländische Kolonie war.


Nach der Erlangung der Unabhängigkeit 1949 vertrieb man die - durch die ungeliebten Holländer ins Land geholten - Chinesen. Unter Präsident Sukarno raubte man ihnen durch die Vertreibung ihre Lebensgrundlage und später unter Präsident Suharto beschuldigte man sie der Teilhabe am "Massaker von 1965 - 1966". Weil sie Kommunisten waren glaubte man, dass sie die Hauptschuld daran trugen.
Diesem Massaker fielen wohl insgesamt bis zu 3 Millionen Menschen zum Opfer.



Tempel des Konfuzianismus.
Der chinesische Philosoph Konfuzius (559-471 v. Chr.) sagte einmal zur Bestimmung von Gemeinschaft und Sozialordnung:

Wer das Ziel kennt kann entscheiden;
Wer entscheidet findet Ruhe;
Wer Ruhe findet ist sicher;
Wer sicher ist kann überlegen;
Wer überlegt kann verbessern.




Samstag, 3. Dezember 2016

Kaffee trinken auf Java, nichts für Veganer


Kaffeetrinker aufgepasst:
Nun ist es endlich bestätigt, wer täglich viel Kaffee trinkt lebt länger. Das ergaben die Ergebnisse einer Studie der Harvard Universität, die vor kurzem veröffentlicht wurde. Demnach sind unter den Todesfällen der Menschen mit Herz- Kreislauferkrankungen, Diabetes und neurologischen Leiden relativ wenig Kaffeetrinker. Denn Kaffee ist -pur getrunken- 1. kalorienarm, 2. harntreibend, 3. leicht Appetit hemmend und 4. verdauungsfördernd. Er liefert mehr Antioxidantien als schwarzer Tee und außerdem hat er aufgrund des in ihm enthaltenen Koffeins eine belebende Wirkung, er regt die Hirntätigkeit an und wirkt leistungsfördernd.

Also werde ich hier von der Weingenießerin zum Kaffeetrinker.
Mir bleibt ja auch nichts anderes übrig. Erstens bin ich in einem moslemischen Land in dem ja bekannterweise Alkohol verpönt ist und außerdem ist hier Wein sehr teuer. Teurer als in San Francisco und da ist er schon viel teurer als bei uns in Deutschland. Das tägliche Gläschen zum Ausklingen des Tages wird hier zum Luxusgut. Eine Flasche Wein kostet hier locker mindestens 40-70 Euro (im Supermarkt!). Darunter geht nur noch eine 2 Liter  Box mit Wein der untersten Kategorie. Die kostet aber auch schlappe 35 Euro!

Aber das Getränk der Muselmänner, in den hier vorhandenen Cafe`s , wird auch von vielen Leckereien begleitet. Hier herrscht eine Kunst der Patisserie wie ich sie selten erlebt habe.

Cafe` Papilon mit noblem Ambiente

Die Kuchenauswahl lässt keine Wünsche offen

Pistazien-Schnitte und Cappuccino 

Aber es geht auch bescheidener:

In Sophis`s Authentique gibt es leckeres Brot und gut gemachte Macarons 


Gemütlich und gleich um die Ecke 

Unscheinbar aber nett, Sophie`s Authentique

Ich wusste aber nicht, bevor ich hier her kam, das der teuerste Kaffee der Welt aus Indonesien kommt.
Der heißt Kopi Luwak und übersteigt preislich noch den berühmten "Blue Mountain Cafe" von Jamaika. 1000 Euro das Kilo kostet das exquisite Geschmackserlebnis. 
Das Geheimnis liegt in der Fermentierung. Diese geschieht im Darm einer Schleichkatze, die die roten Kaffeekirschen frisst und danach nur noch die Bohnen ausscheidet. Im Magen-Darm-Trakt der Katze findet durch Verdauungsenzyme der Fermentierungsprozess statt, wodurch dann das besondere Aroma entsteht. Beschrieben wird der Geschmack so: "Erdig, moderig, sirupartig, mild und reich an Dschungel- und Schokoladenuntertönen" Na jaaa!
Probiert habe ich den Kaffee auch schon, er ist auch in winzig kleinen Tütchen zu bekommen. Anne hat ihn hier im Haus und ich habe mal gekostet.



Der Kaffee schmeckt zwar gut, aber das Kaffee erst durch den Magen einer Katze gehen muss, damit er das beste Aroma der Welt hat, kann ich nicht bestätigen. 
Außerdem ist er für Veganer auch nicht mehr geeignet.
Da wird wohl mancher sagen dass das ekelig ist. Kaffeebohnen die von einer Katze ausgekackt werden, bäh!
Ja und? 
Wir essen doch auch Eier!